Zucht ist die Entwicklung von Generationen


Foto: Gina im Alter von 2 Jahren

Großmutter: Zuchthündin - Gina vom Gehrensee - Mutter: Zuchthündin - Hera vom Gehrensee - Tochter: Zuchthündin - Indra vom Gehrensee

Entwicklung als Züchter


Erfahrungen als Züchter in der Imkerei und Königinnenzucht

- Erste Erfahrungen in der Bienenhaltung am Gymnasium im Jahre 1970
- Abiturarbeit 1972 zum Thema „Nosematose“ bei Bienen in Zusammenarbeit mit der damaligen Forschungsstelle für Bienenwirtschaft der Humbold-Universität Berlin
- 1983-1991 eigene Wanderimkerei mit bis zu 60 Bienenvölkern.
- Königinnenzucht auf der Basis von Carnica-Linienzuchten der Forschungsstelle für Bienenwirtschaft
- Besamungslehrgang an der Forschungsstelle für Bienenwirtschaft
- Eigene künstliche Besamungen von Bienenköniginnen / nach Chr. Winkler

Entwicklung als Doggenzüchter

- 1993 – 1996 / VDH/DDC
- eigene Mutterlinie seit 1996
- seit 1996 organisiert in der Dissidenz

Anliegen:
Meine Arbeit als Züchter wurde wesentlich von der damaligen Forschungsstelle für Bienenwirtschaft (heute: Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf) geprägt.
Dabei ging es in erster Linie um Genetik.
Als Imker habe ich in der Tierzucht und Haltung von Tieren ein sehr naturnahes Denken entwickelt. Imker können nur über ein hohes Einfühlungsvermögen in die Zusammenhänge der Natur erfolgreich sein.
Da Insekten sich nicht unterordnen, ist imkerliches Denken auf die Ausnutzung biologischer Gesetzmäßigkeiten gerichtet. Kein Imker wird versuchen einem Bienenvolk seinen Willen aufzudrücken. Man kann Bienen nur unter Ausnutzung ihrer eigenen Anlagen versuchen zu lenken. Imker lernen vom Bien. (Bien = Bienenvolk)
Die Entwicklung des Biens ist u.a. ein Indikator für Umweltprobleme.

In der Hundezucht sieht das völlig anders aus.
Das Denken von Hundezüchtern ist diametral entgegengesetzt zum Denken von Imkern. Hier ist es normal einen Hund nach seinen Willen zu formen.
Es existiert zwar eine fachliche Anleitung für die "Hundezucht", die Realität ist aber eine völlig andere.
Eine kompromisslose Championzucht auf der Basis von Inzucht, die Bedienung des Welpenmarktes als Hauptanliegen und ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb bei der Vermarktung von Welpen stehen weit über einem züchterischen Anliegen.
Der Rassestandard steht nicht selten deutlich über den biologischen Notwendigkeiten. Qualzucht und Hunderassen, die durch natürliche Fortpflanzung niemals existieren könnten, sind das Ergebnis von willkürlichen Entscheidungen von Funktionären die sich in der Rolle des Schöpfers denken. Der Liebhaberzüchter befindet sich in absoluter Abhängigkeit von Zuchtrichtern und Körmeistern.
Eine Diskriminierung von Fellfarben, die von der Natur vorgegeben werden, kommt nicht von den Liebhaberzüchtern, sondern von Verbandsfunktionären. Dazu gehört bei Deutschen Doggen neben dem Grautiger auch der Manteltiger. In den USA u. GB ist der Manteltiger ein 6. Farbschlag. In Deutschland wird der Manteltiger kaum noch ausgestellt, weil er als "schlechter" Schwarzer eingestuft wird.

Imker sind deutlich freier in ihrer Entscheidung. Sie sind lediglich abhängig von der Natur. Kranke Bienen bringen keine Honigleistung.
Genau hier liegt für den Imker die Motivation die Gesundheit des gesamten Biens an erste Stelle zu setzen.
Verschiedene Rassestandards für Bienen (z.B. Carnica) existieren, sind aber niemals Selbstzweck.
Das Denken wie ein Imker wurde von mir bis heute nicht aufgegeben. Eine erfolgreiche Zucht und Haltung von Hunden geht auf die Dauer nur mit dem Tier und den Gesetzen der Natur.

Obwohl man Hunde nicht mit Bienen vergleichen kann, so gibt es allgemeine Gesetze die für alle gelten.
Die Auswirkungen von Inzucht sind überall die gleichen, egal ob es sich um unterschiedliche Tierarten, verschiedene Rassen oder gar Pflanzen handelt.
Ein hoher Inzuchtgrad verringert die Vitalität, die körperliche Leistungsfähigkeit und ruiniert am Ende die Gesundheit.
In der Natur existiert gegen Inzucht die natürliche Selektion. In der Hundezucht glauben selbsternannte Fachleute die Natur überlisten zu können.


Leistet man sich als organisierter Hundezüchter eine eigene Meinung kommt man sehr schnell an eng gesetzte Grenzen.
Ich habe mehr oder weniger ähnliche Erfahrungen gemacht wie der Züchter Alexander Deuber.
(siehe Beitrag des WDR-Fernsehen „Viel Rasse, volle Kasse - Das Geschäft mit der Hundezucht.“)

Wer bestimmte Dinge in der Hundezucht hinterfragt, benötigt dafür ein aufgeschlossenes, selbstkritisches u. tolerantes züchterisches Umfeld.
Existiert das nicht, ist es unumgänglich als Züchter die Verbandsstruktur zu wechseln.
Das Wichtigste allerdings ist nicht nur das Suchen nach neuen Wegen zum Selbstzweck, sondern der Erfolg mit den eigenen Doggen.

Meine Zuchtdoggen danken mir mein differenziertes Herangehen in Fragen von Zucht und Haltung durch eine hervorragende Ausstrahlung, einem super Wesen und einem hohen Alter. Bei diesem Ergebnis sollte man aber im Auge behalten, dass insbesondere ein sehr hohes Lebensalter von 10 und mehr Lebensjahren allein durch Zucht nicht zu erreichen ist. Hier spielen Haltung und Pflege eine besondere Rolle.

© by G.Dießel / Okt. 2013

Nachdruck und Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.